Wochenendausflug nach Singaraja
Dieses kleine Inselchen Bali ist eigentlich gar nicht so klein… um den Norden zu erkunden lohnt es sich schon mal mehrere Tage unterwegs zu sein, so dass man alles in einem Ritt sieht.
Und so haben wir das gemacht, Umkehrpunkt war Singaraja an der Nordküste Balis. Und damit sich das wirklich lohnt, sind wir zu fünft gefahren und haben uns dazu noch ein Auto gemietet. Meine beiden Jungs, Hannes und Holger, Robert, seine Freundin Hana und meine Wenigkeit.
Samstag früh um 8 – Start
Robert und Hana haben uns 3 vor der Haustür abgeholt und dann ging es direkt los Richtung Ubud. Ubud ist eine kleine Stadt in der Mitte Balis, in meinem Reiseführer als „Dreh- und Angelpunkt der balinesischen Kunstszene“ bezeichnet, dort befinden sich hunderte von Künstlern die meiner Meinung nach alle das selbe künsteln, Batik-Kunst, Holzschnitzereien, Gemälde, Bildhauer, usw. es ist schön idyllisch dort, die Leute leben noch heute wie im Mittelalter, aber dennoch ist es touristisch überlaufen. Wir waren dort in Ubud im Touristenanziehpunkt Nummer Eins – der Monkey Forest. Im Prinzip ist es eine Tempelanlage mitten im Urwald und der Tempel, der sich Pura Dalem Agung Padangtegal nennt ist dem Affenkönig, dem Hanoman geweiht und daher leben um den Tempel herum unzählig viele heilige Langschwanzmakaken, so heißen die Affen. Die Affen sind recht angriffslustig und sind es gewöhnt durch die Touristen mit Bananen, die am Eingang verkauft werden, gefüttert zu werden. Sie verlangen es sogar gefüttert zu werden, sobald der gemeine Affe sieht oder nur richt, dass man ein Bündel Bananen hinterm Rücken versteckt, kommt er direkt fordernd auf einen zu gelaufen und würde sich das Bündel Notfalls einfach aus den Händen klauen, wenn man es nicht schon aus Angst davor angesprungen zu werden von selbst dem Affen zugeworfen hat. Mitunter interessieren sich die Affen auch für alles was nicht direkt mit dem Körper verbunden ist… Hüte, Sonnenbrillen, normale Brillen, hängende Ohrringe, Kameras, Handtaschen, Trinkflaschen … ja das war sehr lustig dort. Die Affen liegen alle auf dem Weg rum, lauern auf einer Mauer oder auf einem Baum. Als ich mich etwas hinhockte um von einer Affenmutter mit einen Affenbaby am Bauch ein Foto zu machen, wurde ich doch glatt von hinten von so einem gemeingefährlichen Affen angesprungen, ich habe noch Hannes rufen hören „Pass auf hint…. er Dir“ und da hatte ich dann auch schon lautstark aufgeschrieen. Aber es war nicht schlimm, eher nur der Schreck. Unterwegs haben mir die kleineren Affen immer am Rock gezogen, nee nee nee. Und eine andere japanische Touristen hatten sehr schöne Ohrringe gehabt… ein Bild für die Götter, schreiende wild um sich umschlagende Japanerin mit einem Affen auf dem Kopf… ja das war lustig, und sie hat es überlebt und ihre Ohrringe hat der Affe gleich nach dem er gemerkt hat, dass sie scheiße schmecken wieder zurück auf den Gehweg geworfen. Affen wollen halt nur Bananen.
Der Urwald um den Monkey Forest war auch beeindruckend, alles grün, aber auch wirklich alles grün, ab und zu mal eine bunte Lotosblüte, aber alles grün^^ und natürlich 90% Luftfeuchtigkeit und 35 Grad Celsius.
Weiter Richtung Norden nach Kintamani. Ein kleines hübsches Dorf das aus einer einzigen Straße besteht. Von Kintamani aus hat man einen hervorragenden Blick auf den noch aktiven Vulkan Gunung Batur (links im Bild) und dessen Kratersee Danau Batur. Mehr als eine Rast und einen kurzen Spaziergang haben wir dort auch nicht gemacht. Aber ein weiteres Highlight dort, waren die überaus kleinen Türen, da die Indonesier alle nicht größer 1,50 m werden, haben die Türen auch eine dementsprechende Höhe (siehe Hannes).
Die Fahrt ging weiter Richtung Norden, vorbei an herrlich grüner Landschaft, hunderten Reisterassen und Obstplantagen bis nach Singaraja.
In Singaraja angekommen, haben wir mit einwenig Umständen unsere Hotel doch noch gefunden… 3-Sterne Hotel Sunari. Aufgrund der Tatsache, dass wir zu fünft in einem Dreierzimmer mit 2 Aufbettungen geschlafen haben hat die Nacht für jeden Nur 8 Euro gekostet, außerdem ist gerade Nebensaison und die Hotels sind grundsätzlich billig.
Den Abend haben wir ganz entspannt am Pool verbracht, man brauch ja auch mal Urlaub^^
Am nächsten morgen ging es gleich früh um6 raus aufs Meer mit einem kleinen Fischerboot zum Delphine gucken. Wie sich herausstellte ist das eine beliebte Touristenattraktion, so dass sich gut 40 dieser kleinen süßen Fischerboote gleichzeitig auf die Suche nach den Delphinen begaben. Immer wenn die Delphine an einer Stelle aufgetaucht sind, haben sich prompt alle Boote in diese Richtung begeben, wenn sie da waren, waren die Delphine wieder weg und sind an einer anderen Stelle wieder aufgetaucht… ich würde sagen die haben uns verarscht^^ Dafür dass wir die Delphine nicht wirklich gesehen hatten war der schöne Sonnenaufgang eine Entschädigung.
Zurück im Hotel, nach dem „Dolphin Watch“ gab es ein leckeres Frühstücksbuffet so wie man es aus einem guten Hotel gewohnt ist… kann mal machen, brauch man aber nicht^^
Gegen 9 ging es weiter zum nächsten Highlight, Schnorcheln!!!
Wir sind wieder alle ganz gespannt mit einem dieser Fischerboote aufs Meer gefahren, zu einem Riff und da haben wir dann geschnorchelt. Tauchbrille, Schnorchel, Schwimmflossen und Schwimmweste für den besseren Auftrieb bekamen wir alles von unserem Bootsführer gestellt. Das Tauchen war geil, so viele bunte Fische zwischen so vielen bunten Korallen. Man konnte die Fische sogar mit Brot aus der Hand heraus füttern. Die hatten alle Farben, knall bunt, gelb, orange, lila, hellblau, dunkelblau, silbergrün, sogar ein weißer Fisch (was ich sehr komisch fand, vielleicht ein Albinofisch) … und die Korallen dazu, farbenprächtig in allen Weiß- bis Rottönen … ja das war schön, nur schade dass man davon nicht so leicht Bilder machen kann, beim nächsten Tauchgang bestimmt.
Gegen Mittag sind wir aufgebrochen in Richtung Gitgit Wasserfall. Schwer zu finden war das nicht, da das wieder eine der Touristenattraktionen ist. Vom Parkplatz aus ging ein sehr schmaler Pfad talabwärts, wieder durch den dichten Urwald Balis, umgeben von riesengroßen Mango- und Bananenbäumen, mit herunterhängenden Lianen, vorbei an wilden Tabakpflanzen mit Affen und bunten Vögeln in den Bäumen … hach traumhaft… wieder alles so grün mit einzelnen Farbhighlights.
Nach guten 20 Minuten Spaziergang sind wir am Gitgit Wasserfall angekommen, alles war mit Moos bewachsen, sogar die Geländer und der Sprühnebel des Wasserfalls war sehr angenehm zu den 33 Grad.
Auf dem Weg zum nächsten Stop hat uns unterwegs eine Fledermauszucht zum Zwischenhalt gebracht. Fledermäuse gibt es in allen Größen, von ganz klein wie unsere zu Hause im Eiskeller, bis zu riesengroßen Monster Fledermäusen wie sie es dort gab.
Ich hatte natürlich das Glück so eine Monster Fledermaus angehangen zu bekommen, Kopfüber hat der Typ mir die an meinem Rockbund mit dem Hintergliedmaßen angehangen, und dann das Vieh umgedreht und mir die Flügel in die Hand gedrückt… war komisch, aber lustig… diese Fledermaus ist es ja gewöhnt als Fotoobjekt benutzt zu werden.
Nach dieser Fledermausaktion ging es weiter zum Bratan See (Danau Bratan). Dort befindet sich ein sehr wichtiger Tempel Balis, der Pura Ulun Danu Bratan, diese schön im und am Wasser gelegene Tempelanlage ist der Wassergöttin Dewi Danu geweiht. Das Besondere an diesem Tempel ist, dass er nicht nur hinduistisch ist, sondern auch über buddhistische Elemente verfügt, das zeigt dass die Religionen untereinander sehr tolerant sind… stelle man sich eine christliche Kirche mit einem Muezin und Gebetsteppichen an der Wand vor, oder eine Moschee mit Jesus. Der See ist einer der größten Balis und ist von dichtem Urwald umgeben. Der Tempel, wie gesagt ein ganz besonderer, war an sich gar nicht so spektakulär, aber das sind ja alle Tempel hier, von Touristen überlaufen, besonders von kleinen Japanern die ganze Fotoshootings mit dem Tempel im Hintergrund von jeder einzelnen Person der 30-köpfigen Reisegruppe machen und dann auch noch Partnerfotos… ja die kleinen Japaner, die gibt es auf der ganzen Welt an allen Touristenattraktionen.
Der besondere Wassertempel war der letzte Zwischenstop unseres Wochenendtrips. Die kurvigen Straßen durch das bergige Hinterland Balis bereiten eine sehr schöne Aussicht auf hunderte von Reisterassen, wieder etliche Plantagen mit Obst, Gemüse und Blumen. Die Fahrt war eigentlich auch ein Highlight.
Alles in allem ein sehr schöner, erlebnisreicher und lustiger Wochenendtrip.