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Jodie O’Shea Orpahange – Mein Waisenhaus

Da der Englischunterricht in den Slums von Denpasar nicht so wirklich wochenfüllend geschweige denn tagsfüllend war, habe ich mich um ein weiteres Projekt bemüht.

Jetzt renne ich zusätzlich zum Slum-Englisch-Unterricht in einem Waisenhaus als Voluntär rum.
Das Waisenhaus befindet sich auch in Denpasar, allerdings in einer ganz anderen Ecke als der Slum Manong-Maning und nennt sich Jodie O’Shea Orphanage. Jodie O’Shea war eine Australierin die diesem Waisenhaus viel geholfen und gespendet hat, sie kam bei dem Bombenattentat vom 12.Oktober 2002 in Kuta ums leben.

Was ich dort mache???
Eine konkrete Tätigkeit für mich steht noch nicht fest, bin ja auch erst seit einer Woche dort. Aber ich helfe wo ich helfen kann.
Dort leben zurzeit 44 Kinder jeden Alters, 2 ganz kleine (2 und 4 Jahre alt), dann eine große Gruppe von 9 bis 12 Jährigen, eine weitere große Gruppe 14 bis 16 Jährige und einige 17 und 18 jährige. Der Großteil sind Waisen, es sind aber auch Kinder dabei dessen Eltern einfach zu arm sind. Es sind auch mehr Jungen als Mädchen, ungefähr eine 60 zu 40 Verhältnis. Die Kinder kommen zwischen 13 und 14 Uhr von der Schule und dann gibt es Mittag für alle… Reis, was soll es auch anderes auf Bali geben, mit all möglichen Suppen dazu. Nach dem Essen wir gemeinschaftlich sauber gemacht und dann geht’s auf zur „Reading and Homework Time“. Dazu versammeln sich alle kleineren Kids in einem Aufenthaltsraum und lesen entweder irgendwelche Bücher oder machen halt ihre Hausaufgaben, sofern es Englisch- oder Matheaufgaben sind kann ich immer helfen bzw. korrigieren. Nach dieser Reading Time die dem Schedule zufolge eigentlich erst um4 zu Ende sein sollte gibt es die beliebte Nachmittagsbeschäftigung. (Zwischenbemerkung: dort sind alle Aktivitäten in einem großen Stundenplan zusammengefasst, von Breakfast über Lunch und Cleaning-, Reading- und Homework Time bis zum Dinner und Sleeping Time.) Die Nachmittagsbeschäftigung sah in den letzten Tagen so aus, dass fleißig Weihnachtsdeko gebastelt wird. Da sitze ich nun, bei 35 Grad im Schatten, in Rock und Bikini, die Vögel zwitschern, alle plätschern mit Wasser, am Tisch und schneide Weihnachtsmänner aus buntem Pappkarton aus… irgendwie paradox für mich, die Hitze und dann Weihnachten… nee nee, das passt nicht zusammen.
Den einen Tag haben wir die Weihnachtsmänner gebastelt, einen anderen Tag wurden bunte Kekse gemacht, einen anderen Tag haben alle Girlanden gebastelt und ein Baum wurde geschmückt… jaja, es Weihnachtet sehr und noch dazu kommt, dass eine der Angestellten dort total auf Weihnachten abfährt, somit wird wohl noch mehr gebastelt werden…
Neben dem Basteln gibt es noch kurze Englisch Lessones während der Reading Time (Englisch wird hier als sehr sehr wichtig empfunden), in der hauptsächlich die Aussprache geübt wird. Die Kids lernen alle in der Schule Englisch, können es aber nicht richtig aussprechen, zum Beispiel können sie kein „sh“ wie bei  „shoulder“ aussprechen, oder kein „w/v“ wie bei „wave“ und das „c“ wie bei „face“, ganz zu schweigen von einem ordentlichen „th“, sie können es nicht weil solche Laute in der indonesischen Sprache oder verwandten Sprachen wie malaysisch gar nicht vorkommen. Für sie ist die englische Aussprache so wie für uns vielleicht japanisch oder chinesisch klingt. Also, „ich spreche vor, und ihr sprecht nach, so lange bis es sich richtig anhört“.
Zwischen 5 und 6 ist meine Arbeit beendet und ich begebe mich in den Feierabendverkehr aus Denpasar raus… ja die Heimfahrt kann sich schon mal eine Stunde dauern, obwohl es nur 7km von Denpasar bis Jimbaran sind.

Mein aktueller Wochenplan sieht also wie folgt aus:
Montag: Waisenhaus
Dienstag: Englischunterricht in Manong-Maning
Mittwoch: Waisenhaus
Donnerstag: Englischunterricht oder frei, je nach dem ob Alther Zeit hat
Freitag: Waisenhaus
Wochenende: Bali erkunden^^

Durch das Waisenhausprojekt bin ich auch mehr ausgelastet und habe nicht mehr so viel Langeweile.
Und es auch nicht schlimm oder dramatisch dort, die Kinder leben glücklich in einer großen Gemeinschaft wie im Ferienlager zusammen.

Wer Ideen hat, was man den Kindern zur Nachmittagsbeschäftigung (außer Basteln) machen könnte, immer her damit, nur es darf nichts kosten.

Bis Später
Äna
(so werde ich hier genannt und geschrieben)

PS: http://www.careforkidsbali.com/ , das ist die Hoempage des Waisenhauses, das Gruppenfoto ist recht aktuell.

Wochenendausflug nach Singaraja

Dieses kleine Inselchen Bali ist eigentlich gar nicht so klein… um den Norden zu erkunden lohnt es sich schon mal mehrere Tage unterwegs zu sein, so dass man alles in einem Ritt sieht.
Und so haben wir das gemacht, Umkehrpunkt war Singaraja an der Nordküste Balis. Und damit sich das wirklich lohnt, sind wir zu fünft gefahren und haben uns dazu noch ein Auto gemietet. Meine beiden Jungs, Hannes und Holger, Robert, seine Freundin Hana und meine Wenigkeit.

Samstag früh um 8 – Start
Robert und Hana haben uns 3 vor der Haustür abgeholt und dann ging es direkt los Richtung Ubud. Ubud ist eine kleine Stadt in der Mitte Balis, in meinem Reiseführer als „Dreh- und Angelpunkt der balinesischen Kunstszene“ bezeichnet, dort befinden sich hunderte von Künstlern die meiner Meinung nach alle das selbe künsteln, Batik-Kunst, Holzschnitzereien, Gemälde, Bildhauer, usw. es ist schön idyllisch dort, die Leute leben noch heute wie im Mittelalter, aber dennoch ist es touristisch überlaufen. Wir waren dort in Ubud im Touristenanziehpunkt Nummer Eins – der Monkey Forest. Im Prinzip ist es eine Tempelanlage mitten im Urwald und der Tempel, der sich Pura Dalem Agung Padangtegal nennt ist dem Affenkönig, dem Hanoman geweiht und daher leben um den Tempel herum unzählig viele heilige Langschwanzmakaken, so heißen die Affen. Die Affen sind recht angriffslustig und sind es gewöhnt durch die Touristen mit Bananen, die am Eingang verkauft werden, gefüttert zu werden. Sie verlangen es sogar gefüttert zu werden, sobald der gemeine Affe sieht oder nur richt, dass man ein Bündel Bananen hinterm Rücken versteckt, kommt er direkt fordernd auf einen zu gelaufen und würde sich das Bündel Notfalls einfach aus den Händen klauen, wenn man es nicht schon aus Angst davor angesprungen zu werden von selbst dem Affen zugeworfen hat. Mitunter interessieren sich die Affen auch für alles was nicht direkt mit dem Körper verbunden ist… Hüte, Sonnenbrillen, normale Brillen, hängende Ohrringe, Kameras, Handtaschen, Trinkflaschen … ja das war sehr lustig dort. Die Affen liegen alle auf dem Weg rum, lauern auf einer Mauer oder auf einem Baum. Als ich mich etwas hinhockte um von einer Affenmutter mit einen Affenbaby am Bauch ein Foto zu machen, wurde ich doch glatt von hinten von so einem gemeingefährlichen Affen angesprungen, ich habe noch Hannes rufen hören „Pass auf hint…. er Dir“ und da hatte ich dann auch schon lautstark aufgeschrieen. Aber es war nicht schlimm, eher nur der Schreck. Unterwegs haben mir die kleineren Affen immer am Rock gezogen, nee nee nee. Und eine andere japanische Touristen hatten sehr schöne Ohrringe gehabt… ein Bild für die Götter, schreiende wild um sich umschlagende Japanerin mit einem Affen auf dem Kopf… ja das war lustig, und sie hat es überlebt und ihre Ohrringe hat der Affe gleich nach dem er gemerkt hat, dass sie scheiße schmecken wieder zurück auf den Gehweg geworfen. Affen wollen halt nur Bananen.
Der Urwald um den Monkey Forest war auch beeindruckend, alles grün, aber auch wirklich alles grün, ab und zu mal eine bunte Lotosblüte, aber alles grün^^ und natürlich 90% Luftfeuchtigkeit und 35 Grad Celsius.

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Weiter Richtung Norden nach Kintamani. Ein kleines hübsches Dorf das aus einer einzigen Straße besteht. Von Kintamani aus hat man einen hervorragenden Blick auf den noch aktiven Vulkan Gunung Batur (links im Bild) und dessen Kratersee Danau Batur. Mehr als eine Rast und einen kurzen Spaziergang haben wir dort auch nicht gemacht. Aber ein weiteres Highlight dort, waren die überaus kleinen Türen, da die Indonesier alle nicht größer 1,50 m werden, haben die Türen auch eine dementsprechende Höhe (siehe Hannes).

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Die Fahrt ging weiter Richtung Norden, vorbei an herrlich grüner Landschaft, hunderten Reisterassen und Obstplantagen bis nach Singaraja.

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In Singaraja angekommen, haben wir mit einwenig Umständen unsere Hotel doch noch gefunden… 3-Sterne Hotel Sunari. Aufgrund der Tatsache, dass wir zu fünft in einem Dreierzimmer mit 2 Aufbettungen geschlafen haben hat die Nacht für jeden Nur 8 Euro gekostet, außerdem ist gerade Nebensaison und die Hotels sind grundsätzlich billig.

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Den Abend haben wir ganz entspannt am Pool verbracht, man brauch ja auch mal Urlaub^^

Am nächsten morgen ging es gleich früh um6 raus aufs Meer mit einem kleinen Fischerboot zum Delphine gucken. Wie sich herausstellte ist das eine beliebte Touristenattraktion, so dass sich gut 40 dieser kleinen süßen Fischerboote gleichzeitig auf die Suche nach den Delphinen begaben. Immer wenn die Delphine an einer Stelle aufgetaucht sind, haben sich prompt alle Boote in diese Richtung begeben, wenn sie da waren, waren die Delphine wieder weg und sind an einer anderen Stelle wieder aufgetaucht… ich würde sagen die haben uns verarscht^^ Dafür dass wir die Delphine nicht wirklich gesehen hatten war der schöne Sonnenaufgang eine Entschädigung.

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Zurück im Hotel, nach dem „Dolphin Watch“ gab es ein leckeres Frühstücksbuffet so wie man es aus einem guten Hotel gewohnt ist… kann mal machen, brauch man aber nicht^^

Gegen 9 ging es weiter zum nächsten Highlight, Schnorcheln!!!
Wir sind wieder alle ganz gespannt mit einem dieser Fischerboote aufs Meer gefahren, zu einem Riff und da haben wir dann geschnorchelt. Tauchbrille, Schnorchel, Schwimmflossen und Schwimmweste für den besseren Auftrieb bekamen wir alles von unserem Bootsführer gestellt. Das Tauchen war geil, so viele bunte Fische zwischen so vielen bunten Korallen. Man konnte die Fische sogar mit Brot aus der Hand heraus füttern. Die hatten alle Farben, knall bunt, gelb, orange, lila, hellblau, dunkelblau, silbergrün, sogar ein weißer Fisch (was ich sehr komisch fand, vielleicht ein Albinofisch) … und die Korallen dazu, farbenprächtig in allen Weiß- bis Rottönen … ja das war schön, nur schade dass man davon nicht so leicht Bilder machen kann, beim nächsten Tauchgang bestimmt.

Gegen Mittag sind wir aufgebrochen in Richtung Gitgit Wasserfall. Schwer zu finden war das nicht, da das wieder eine der Touristenattraktionen ist. Vom Parkplatz aus ging ein sehr schmaler Pfad talabwärts, wieder durch den dichten Urwald Balis, umgeben von riesengroßen Mango- und Bananenbäumen, mit herunterhängenden Lianen, vorbei an wilden Tabakpflanzen mit Affen und bunten Vögeln in den Bäumen … hach traumhaft… wieder alles so grün mit einzelnen Farbhighlights.

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Nach guten 20 Minuten Spaziergang sind wir am Gitgit Wasserfall angekommen, alles war mit Moos bewachsen, sogar die Geländer und der Sprühnebel des Wasserfalls war sehr angenehm zu den 33 Grad.

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Auf dem Weg zum nächsten Stop hat uns unterwegs eine Fledermauszucht zum Zwischenhalt gebracht. Fledermäuse gibt es in allen Größen, von ganz klein wie unsere zu Hause im Eiskeller, bis zu riesengroßen Monster Fledermäusen wie sie es dort gab.
Ich hatte natürlich das Glück so eine Monster Fledermaus angehangen zu bekommen, Kopfüber hat der Typ mir die an meinem Rockbund mit dem Hintergliedmaßen angehangen, und dann das Vieh umgedreht und mir die Flügel in die Hand gedrückt… war komisch, aber lustig… diese Fledermaus ist es ja gewöhnt als Fotoobjekt benutzt zu werden.

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Nach dieser Fledermausaktion ging es weiter zum Bratan See (Danau Bratan). Dort befindet sich ein sehr wichtiger Tempel Balis, der Pura Ulun Danu Bratan, diese schön im und am Wasser gelegene Tempelanlage ist der Wassergöttin Dewi Danu geweiht. Das Besondere an diesem Tempel ist, dass er nicht nur hinduistisch ist, sondern auch über buddhistische Elemente verfügt, das zeigt dass die Religionen untereinander sehr tolerant sind… stelle man sich eine christliche Kirche mit einem Muezin und Gebetsteppichen an der Wand vor, oder eine Moschee mit Jesus. Der See ist einer der größten Balis und ist von dichtem Urwald umgeben. Der Tempel, wie gesagt ein ganz besonderer, war an sich gar nicht so spektakulär, aber das sind ja alle Tempel hier, von Touristen überlaufen, besonders von kleinen Japanern die ganze Fotoshootings mit dem Tempel im Hintergrund von jeder einzelnen Person der 30-köpfigen Reisegruppe machen und dann auch noch Partnerfotos… ja die kleinen Japaner, die gibt es auf der ganzen Welt an allen Touristenattraktionen.

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Der besondere Wassertempel war der letzte Zwischenstop unseres Wochenendtrips. Die kurvigen Straßen durch das bergige Hinterland Balis bereiten eine sehr schöne Aussicht auf hunderte von Reisterassen, wieder etliche Plantagen mit Obst, Gemüse und Blumen. Die Fahrt war eigentlich auch ein Highlight.

Alles in allem ein sehr schöner, erlebnisreicher und lustiger Wochenendtrip.